Mein Himmel ist rot

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Immer zum KölnTag setzen wir unseren Schreibblog fort. Hier erscheint in regelmäßigen Abständen ein ausgesuchtes Objekt aus den Kölner Museen, entweder aus der ständigen Sammlung oder aus einer Sonderausstellung, verbunden mit einigen Fragen. Wer möchte, kann dazu einen Text oder eine Geschichte verfassen und anschließend als Kommentar einfügen. Heute haben wir ein Bild ausgewählt aus der Ausstellung

Otto Freundlich  Museum Ludwig vom 18. Februar bis 14. Mai 2017.

Otto Freundlich (1878–1943) kannte alle und kannte alles. Kaum ein Künstler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat sich so leidenschaftlich und intelligent mit den unterschiedlichen Strömungen der Kunst auseinandergesetzt. Persönliche Bekanntschaft, oft auch Freundschaft, verband ihn mit den führenden Künstlern von Expressionismus, Fauvismus, Kubismus, Orphismus, Dadaismus, Suprematismus, De Stijl, Bauhaus, Konstruktivismus, mit den Kölner Progressiven und den Abstrakten.

Von Otto Freundlich stammt der Satz: Mein Himmel ist rot. Mal sehen, was Ihnen dazu einfällt. Stellen Sie sich einen Timer (Mobiltelefon, Wecker) auf 5 Minuten. Bereit? Nun betrachten Sie das Gemälde, sehen Sie es insgesamt 5 Minuten lang aufmerksam an. Bevor es richtig losgeht mit dem Schreiben, noch einige Fragen zur Anregungen:

  • Was sehen Sie zuerst, direkt?
  • Wie wirken Farbe, Form und Komposition?
  • Welche Gefühle melden sich?
  • Was sind die 3 ersten Assoziationen?
  • Welche Bilder und Erinnerungen werden wach?
  • Nun einen Gedanken auswählen und dazu 10 weitere Assoziationen finden.
  • 3 Formen, 3 Farben und 3 Emotionen zum Bild benennen und im Text verwenden.
  • Ein Oxymoron finden zum Bild – z.B. bunte (fröhliche) Traurigkeit/ stummer Schrei / rundes Quadrat /schweigend im Gespräch…

 VIEL VERGNÜGEN beim Schreiben von Mein Himmel ist

Stellen Sie den Timer erneut, nun auf 15 Minuten. Schreiben Sie nun Ihren Text. Da die Zeit begrenzt ist, eignen sich Momentaufnahmen, Augenblicke, Blitzlichter und wirklich kurze Kurzgeschichten. Gedankenströme, Momentaufnahmen sind besser als lange, epische, romanhafte Ansätze. Zu langes Nachdenken behindert das spontane Hinschreiben; fangen Sie an, folgen Sie den ersten Impulsen (Perfektion aufgeben), überlassen Sie sich dem eigenen Ausdruck!

Und noch ein Tipp: Sich zu wiederholen ist oft ein hilfreiches Mittel, immer wieder in den Schreibfluss zu kommen. Wenn der Schreibfluss stockt, dann schreiben Sie einfach auf, was da gerade geschieht, was jetzt passiert, z.B.: es stockt, kein Gedanke stellt sich ein. Meistens geht es dann wieder.

Susanne Kieselstein

 In Anlehnung an Ines Häufler, siehe auch: http://www.ineshaeufler.com/kreatives-schreiben-weekend-writing-23/

 

2 Kommentare

  1. Mein Himmel ist
    die Erinnerung an das Kind

    Es taucht ein mit dem Fahrrad, in das gelbe Kornfeld und verschwindet darin. Musterbücher voll bunter Stofffetzen blättert es bei der Schneiderin durch. Es soll sich entscheiden und erlebt die wohlige Qual der Wahl. Es blickt von der Sanddüne zum ersten Mal auf das Meer und hört das Rauschen des anrollenden Wassers. Dieses Geräusch wird es mit der Farbe des Sandes verbinden.
    Aus einer roten Blechdose greift es nach den rechteckigen, buttrigen Keksen, die die Großmutter anreicht. Die Ober- und Unterseite der Kekse kann das Kind ohne hinzuschauen bestimmen, die eine Seite ist glatt, die andere rau.

    Das Kind wird von der Nachbarin, die seit ihrer Geburt nicht sehen kann, nach dem Gefühl der Farbe Blau befragt. Das Kind weiß nicht, was es antworten soll und sagt dann: Blau ist wie langsames Einschlafen.

    Im Sommer sitzt das Kind im Boot und lauscht dem plätschernden Geräusch, das die gespreizten Finger der Kinderhand erzeugen. Das Kind kämmt das Wasser. Das Kind nimmt einen Geruch wahr, den es von nun mit Süßwasserflüssen verbindet.
    In den Straßen von Manhattan, auf dem Rücksitz eines japanischen Motorrades, spürt es zuletzt den Fahrtwind im Gesicht.

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