Konrad der Große. Die Adenauerzeit in Köln 1917-1933

lautet der Titel der soeben, am Freitag, den 01. Juli 2017, im Kölnischen Stadtmuseum eröffneten Sonderausstellung. Diese wird dort noch bis zum 19. November 2017 zu sehen sein.

Zum 100. Jahrestag widmet das Kölnische Stadtmuseum diesem besonderen Stadtvater eine bemerkenswerte Sonderausstellung. – Mit eindrucksvollen, teilweise noch nie gezeigten Objekten, Fotografien, Kunstwerken, Plakaten und Filmausschnitten lässt die Ausstellung eine Zeit voller Umbrüche und Neuanfänge wieder auferstehen. – Bewegung kennzeichnete auch die Kunstszene: Köln wurde durch Max Ernst und Hans Arp zu einem Zentrum der Dadaisten. Politisch engagierte Künstler und Künstlerinnen wie Franz W. Seiwert, Heinrich Hoerle, Anton Räderscheidt und Marta Hegemann gründeten immer wieder neue Künstlergruppen, u.a. die „Gruppe der progressiven Künstler“. (Presseerklärung vom 30.06.2017).

Die Künstler zeichnete ein politisches Selbstverständnis aus, durch neue künstlerische Ausdrucksformen wollten sie vielschichtige Veränderungen vorantreiben.

Für die nachfolgende Schreibanregung habe ich auch das Gemälde von Heinrich Hoerle: „Kölner Zeitgenossen“ ausgewählt.

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Heinrich Hoerle: Kölner Zeitgenossen, Köln, 1931/32,Wachsfarben auf Pappe. (Foto: rba_c016093)

Der Intensität des Gemäldes kann man sich schwerlich entziehen und fast möchte man der Dame in der Mitte des Bildes die Hand entgegenstrecken.

Doch was meinen Sie – was erzählen Ihnen die Gesichter, was verbinden Sie mit der Zeit, aus der das Gemälde stammt und in der Konrad Adenauer Köln so stark geprägt hat?

Vielleicht können nachfolgende Impulse Sie dazu anregen, Ihre Gedanken aufzuschreiben. Diese können Sie anschließend ganz einfach in der Rubrik „Kommentar“ auf dieser Seite ins Netz stellen.

Und nun lade ich Sie recht herzlich ein, finden Sie einen persönlichen Bezug zur Sonderausstellung und zum Thema. Folgen Sie mir einfach und lassen sich mitnehmen.

Auf geht’s, so wird’s gemacht: Stellen Sie sich einen Timer (Mobiltelefon, Wecker) auf 5 Minuten. Bereit? Nun betrachten Sie die Abbildung der Zeichnung insgesamt fünf Minuten lang aufmerksam.

Und jetzt ist der Moment, hinzuhören, was sich Ihnen nun gezeigt hat, welche Gedanken sind Ihnen durch den Kopf gegangen, was fiel Ihnen ein und was fiel auf? Woran wurden Sie erinnert und was „zupfte“ Sie an?

  • ein Gesicht/ ein Gegenstand
  • historische Fakten, Kenntnisse
  • biografische Erinnerungsfetzen, innere Bilder
  • besondere Emotionen
  • Gedankensplitter und Assoziationen
  • eine Geschichte, ein Erlebnis

Viel Vergnügen beim Schreiben Ihres Textes mit dem Titel Vielleicht…

Stellen Sie den Timer erneut, nun auf 15 Minuten und schreiben Sie. Da die Zeit begrenzt ist, eignen sich Momentaufnahmen, Vignetten, Augenblicke, Blitzlichter und knappe Kurzgeschichten. Gedankenströme und Momentaufnahmen sind besser als lange, epische, romanhafte Ansätze. Zu langes Nachdenken behindert das spontane Hinschreiben; fangen Sie an, folgen Sie den ersten Impulsen (Perfektion aufgeben), überlassen Sie sich dem eigenen Ausdruck!

Sie können den Text gestalten, indem Sie den Titel einige Male (2-3) an den Satzanfang stellen und zwar so, dass nach 5-7 Zeilen der Abschnitt erneut beginnt mit dem Wort: Vielleicht, auch kann der Gesamttext damit beginnen (und auch enden). Vielleicht.

Und noch ein Tipp: Sich zu wiederholen ist oft ein hilfreiches Mittel, immer wieder in den Schreibfluss zu kommen. Wenn der Schreibfluss stockt, dann schreiben Sie einfach auf, was da gerade geschieht, was „jetzt“ passiert, z.B.: es stockt, kein Gedanke stellt sich ein. Meistens geht es dann wieder.

Ihre Susanne Kieselstein

 

Ein Kommentar

  1. Ein Sommerabend mit Temperaturen, die den Herbst ankündigen.

    Gekommen sind sie alle; die Größen aus Politik und Gesellschaft und der Kunst.
    Der Künstler ist mit Freundin gekommen (oder haben sie schon geheiratet?). Er zückt den Fotoapparat. Sie hakt sich bei Willi Ostermann ein. Der fühlt sich geschmeichelt. Die knapp 30-Jährige, attraktive Frau versprüht Charme. Wenn sie lacht, werden weiße, makellose Zähne sichtbar. Fast wirkt sie nun ein wenig grob. Ungezwungen plaudert sie auch mit dem Boxer, ein guter Bekannter – von wem nur? Adenauer steht dicht dabei.

    Na kommt, machen wir ein Bild, ruft der Künstler. Die Dame in die Mitte. Schnell sortieren sie sich zum Gruppenbild mit Dame. Der Künstler weiß, so gefällt es der Frau.
    Später nimmt er das Foto zum Ausgangspunkt für ein Gemälde. Der Künstler greift die Wachsfarben, er will die Fotografie auf helle Pappe übertragen. Als das Bild beinah fertiggestellt ist, setzt er sich selbst an den rechten Bildrand, mit Fähnchen in der Hand. Die Frau gerät etwas üppiger als in natura. Der Bitte um Abänderung folgt der Künstler nicht. Auch Willi Ostermann gefällt ihm so, mit Narrenkappe.

    Perfekt.

    Tabea Canto

    Liken

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