
„Ein Cocktail ist ein alkoholisches Mischgetränk, das typischer Weise aus zwei oder mehreren Zutaten besteht, darunter mindestens eine Spirituose. Sie werden mit Eis im Cocktail-Shaker, Rührglas oder direkt im Cocktailglas einzeln frisch zubereitet“. Soweit die Definition in Wikipedia . Aber was verbirgt sich nun hinter einem „KunstCocktail, und auch noch diesem über Kölner Kinogeschichte?
Die Organisatoren – Museumsdienst, Kölnische Rundschau und Netcologne – verlosen etwa viermal pro Jahr exklusive Eintrittskarten in eine der aktuellen Ausstellungen. Dazu gibt es eine Führung mit dem Ausstellungsmacher. Diesmal wurden für die Führung durch die Ausstellung GROSSES KINO – 120 Jahre Kölner Kinogeschichte – gleich zwei Personen gewonnen. Da ist zum einen der Direktor selbst, Dr. Mario Kramp, und zum anderen der Kurator, Sascha Pries.
So viel versprechend die Ankündigung, so interessant und vergnüglich ist dann auch der Spaziergang durch 120 Jahre Kinogeschichte, bei dem ziemlich deutlich wird: Kinogeschichte geht nur zusammen mit Filmgeschichte.

Wir lernen die „Wundertrommel“ kennen, einen Apparat, der anschaulich macht, wie die Bilder laufen lernten. Und wir sehen ein überdimensionales „Daumen-Kino“ – was wohl auch Kinoautomat genannt wird. Mit Druckgrafiken versehen, die auf eine Trommel fächerartig aufgebracht wurden (ähnlich wie bei den früher gebräuchlichen Haltern für Adresskärtchen).

Die allererste öffentliche Filmvorführung in Köln – war? Ich habe es nicht gewusst. Schon 1896, am 20. April, wird Köln zur Kinostadt der ersten Stunde. Die Brüder Auguste und Louis Lumière zeigen erstmals auf deutschen Boden die mit ihrem Cinématographe aufgenommenen Filme. Ein Geschäftshaus am Augustinerplatz 12 dient als provisorisches Kino. Die Kölner staunen nicht schlecht – wie der Rest der Welt – über diese neue Erfindung.

Schwarz-Weiße Filmaufnahmen, ohne Ton. Einer der Filme nimmt uns mit auf eine Rheinfahrt, die Kameraeinstellung wirkt fast modern, der Kameraschwenk, der durch die Bewegung des Bootes entsteht, vermittelt jedoch Ruhe und der fehlende Ton verleiht den Bildern starke Intensität und eine fast meditative Stimmung.

Der Direktor führt aus, dass die Ausstellung aus über 150 teils noch nie gezeigten Originalobjekten besteht. Die goldene Halskette von Romy Schneider, schon in den Medienberichten stark gewürdigt, zieht magnetisch an. Durch die Heirat von Romys Mutter, Magda Schneider nach Köln (Hans Herbert Blatzheim war der glückliche) hielt auch Romy Schneider sich in den 50er Jahren des Öfteren in Köln auf. Eine Teilnehmerin des KunstCocktails hat Romy Schneider persönlich bedient, im Modegeschäft Joppich, damals direkt neben dem Ufa-Palast gelegen.

Romy Schneider, das war und ist GROSSES KINO – erinnert sei an die großartigen Filme von Claude Sautet mit der „Kölnerin“. Runde 60 Minuten, die im Nu verstreichen, wie im Kino, versunken im Film, kurzweilig und vergnüglich. Schauen Sie am besten selbst! Hier ist ein Vorgeschmack. Und schließlich: Folgte der Cocktail, leuchtend und orange. Wie die Abendsonne am Schluss im Film, nach dem Happyend, wenn die Sonne im Meer versinkt.
Als flüssigen Vorgeschmack, zum Selbermixen, ein Aperol Spritz. Wer es lieber rot mag, der nehme einen Tinto Verano (zu deutsch: Sommer-Rotwein). Einmal in der deutschen Variante und hier in der spanischen Version.
Susanne Kieselstein